Ein Elefant hat Durst. Aus einer kleinen grauen Platte am Boden saugt er nach Kräften mit einem schlürfenden Geräusch, wedelt sich seinen Rüssel zum Mund und schluckt weg, was er aufsaugen kann. Manchmal tritt er unwillig gegen die Platte, oder legt locker seinen Rüssel auf ihr ab, den er leicht hin und her dreht, als wolle er ihn von außen kühlen. Dann saugt er sich wieder geräuschvoll an der Platte fest, wie ein Staubsaugerrohr an einem losen Teppich. Um ihn herum ein paar Pfützen mit abgestandenen, nicht mehr ganz so coolen Drinks. Als ich die ersten Snapshots mache, wird mir klar, sie liegen in der Zukunft. Ich bekomme Fotos, die ich im Live-Stream noch nicht sehe und wie von Geisterhand ist ein zweiter Elefant auf dem Foto und wartet geduldig auf den Frischwasserzugang. Die Plattenquelle ist begehrt. Im Laufe des Morgens tauchen mehr Elefanten auf, nicht alle wollen sich gedulden, man schiebt sich auch mal mit den Stoßzähnen beiseite. Später steht noch Lappenohr da. Ein Elefant, der sein linkes Ohr nicht mehr bewegen kann, es hängt putzlappengleich an ihm herab. Du Lappen, ich Jane. Ein Buschbock, den ich erst einmal wieder genauer bestimmen muss, knabbert im Grün vor großen Grauen, während ich den Text schreibe, bleiben nur die Geräusche, Zwitschern und das Saugen der Elefanten. Manchmal klingt es auch, als bliese einer in die Quelle hinein.